Über mich

Neugier ist der Anfang von allem

Wenn ich gefragt werde, warum ich Frauenarzt geworden bin, fällt mir keine einzelne Antwort ein. Es war kein bestimmter Tag und keine einzige Begegnung. Es war vielmehr eine Eigenschaft, die mich schon immer begleitet hat: Neugier.

 

Mich hat nie nur interessiert, wie etwas funktioniert, sondern vor allem warum. Warum entsteht eine Krankheit? Wie können wir sie früher erkennen? Wie können wir Menschen nicht nur medizinisch gut behandeln, sondern sie über viele Jahre vertrauensvoll begleiten? Diese Fragen treiben mich bis heute an.

Die ersten Schritte

Nach dem Abitur führte mich mein Weg zunächst zur Bundeswehr. Im Sanitätsdienst erhielt ich erste intensive Einblicke in die medizinische Versorgung. Ich hatte die Gelegenheit eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer zu machen. Ja ja das WetterDort reifte endgültig der Entschluss, Medizin zu studieren.

 

Mein Studium begann an der Universität Bonn und führte mich später an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster. Schon während des Studiums wollte ich Medizin nicht nur aus Büchern lernen. Ich suchte jede Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Lernen, wenn andere schlafen

Eine besonders prägende Zeit waren meine Nachtwachen im Evangelischen Krankenhaus Münster. Dort entstand ein enger Kontakt zu den Belegärzten der Frauenklinik. Aus einem Gespräch wurde eine Einladung, bei nächtlichen Bereitschaftsdiensten mitzuarbeiten.

 

Mitten in der Nacht durfte ich bei Kaiserschnitten, Geburten und kleineren operativen Eingriffen assistieren. Die Atmosphäre im Kreißsaal, die Verantwortung des Teams und die Freude über jedes neue Leben haben mich tief beeindruckt. Dort entstand meine Begeisterung für die Frauenheilkunde.

 

Während des Studiums lernte ich aber auch andere Bereiche der Medizin kennen, unter anderem an der Universitätsklinik Münster in der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Jede Station erweiterte meinen Blick auf die Medizin und half mir, meinen eigenen Weg zu finden.

Wissenschaft als Leidenschaft

Parallel zum Studium arbeitete ich wissenschaftlich an der Max-Planck-Gesellschaft in Münster. Im Rahmen meiner Doktorarbeit beschäftigte ich mich mit einem damals hochaktuellen Forschungsthema – der Entwicklung einer hormonellen Verhütung für den Mann.

 

Die Verbindung aus Wissenschaft und klinischer Medizin faszinierte mich von Anfang an. Forschung bedeutet für mich bis heute, Fragen zu stellen, Bestehendes kritisch zu hinterfragen und die Versorgung von Patientinnen kontinuierlich zu verbessern.

Ein Jahr in Harvard

Ein Empfehlungsschreiben eröffnete mir die Möglichkeit, für drei Monate an den Harvard Medical School in Boston zu arbeiten.

 

Aus den geplanten drei Monaten wurde schließlich fast ein ganzes Jahr. Ich durfte am Brigham and Women's Hospital, am Beth Israel Hospital und am Veterans Affairs Medical Center West Roxbury mitarbeiten.

 

Diese Zeit hat meinen Blick auf Medizin nachhaltig geprägt. Ich lernte internationale Spitzenmedizin kennen, erlebte eine ausgeprägte wissenschaftliche Kultur und nahm viele Impulse mit zurück nach Deutschland. Vor allem aber wurde mir bewusst, wie wichtig lebenslanges Lernen ist.

Lehrjahre bei hervorragenden Mentoren

Nach meiner Rückkehr begann meine fachärztliche Weiterbildung.

 

Wichtige Stationen waren zunächst die Tätigkeit bei Dr. Robke in Borghorst sowie anschließend die Weiterbildung im Franziskus-Hospital Münster unter Professor Peters.

 

Besonders dankbar bin ich auch den Oberärzten Hubertus Winkelhaus, Norbert Dahrenmöller, Heinz Albers und Dr. Weißbach. Jeder von ihnen vermittelte auf seine Weise chirurgisches Können, klinisches Denken und den verantwortungsvollen Umgang mit Patientinnen. Rückblickend war diese Zeit eine hervorragende Grundlage für meinen späteren Berufsweg.

Von der Klinik in die Niederlassung

Die klinische Ausbildung vermittelt exzellentes medizinisches Wissen. Doch die Niederlassung lehrt noch einmal ganz andere Dinge.

 

Einmal habe ich diesen Unterschied mit einem Augenzwinkern beschrieben:

 

"Klinik und Niederlassung sind wie die Fifth Avenue und das Dschungelcamp – ich weiß bis heute allerdings nicht, was was ist. Ich weiß aber, dass ich den gleichen Weg jederzeit wieder gehen würde."

 

In einer Frauenarztpraxis geht es nicht nur um Diagnosen oder Operationen. Es geht um langfristige Begleitung, Vertrauen und oft um Beziehungen, die über Jahrzehnte wachsen.

 

Für meinen Weg in die Selbstständigkeit bin ich besonders Dr. Dieter Leineweber dankbar. Er bereitete mich nicht nur fachlich hervorragend auf die Niederlassung vor, sondern vermittelte mir auch eine Haltung, die mich bis heute begleitet.

 

Ein Satz von ihm hat sich tief eingeprägt:

 

„Bei mir kann jeder gucken, kommen und lernen.“

 

Diese Offenheit versuche ich bis heute weiterzugeben.

Wissen weitergeben

Schon früh wurde mir bewusst, dass medizinisches Wissen dann seinen größten Wert entfaltet, wenn man es mit anderen teilt.

 

Ich durfte zu den ersten Trainern in Deutschland gehören, die Ärztinnen und Ärzte im Einlegen von Intrauterinsystemen (Spiralen) für die Firma Schering ausbildeten. Daraus entwickelten sich zahlreiche weitere Tätigkeiten als Referent und Trainer.

 

In den folgenden Jahren kamen Fortbildungen zu Qualitätsmanagement, Praxisorganisation und Praxisführung hinzu. Bis heute halte ich regelmäßig Fachvorträge zu Leitlinien, Innovationen in der Frauenheilkunde, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und moderner Praxisführung und werde bundesweit als Referent für medizinische Fortbildungsveranstaltungen eingeladen.

Medizin verstehen – auch über die Praxis hinaus

Mit zunehmender Berufserfahrung interessierte mich nicht nur die Medizin selbst, sondern auch die Frage, wie gute medizinische Versorgung organisiert werden kann.

 

Deshalb absolvierte ich berufsbegleitend ein Studium der Gesundheitsökonomie bei Professor Obenender sowie ein Studium des Health Care Managements bei Professor Schlüchtermann an der Universität Bayreuth. Beide Studiengänge haben meinen Blick auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und die Zukunft unseres Gesundheitssystems nachhaltig erweitert.

Mehr als Medizin

Neben meiner ärztlichen Tätigkeit engagiere ich mich seit vielen Jahren für das LIebesLebenMuseum in Soest. Mir liegt am Herzen, medizinisches Wissen verständlich zu vermitteln und gesellschaftliche Themen wie Sexualität, Partnerschaft und Gesundheit offen, respektvoll und wissenschaftlich fundiert darzustellen. Dies ist sozusagen mein Baby. Die Aufzucht dieses Kindes ist eine großartige Gemeinschaftsarbeit vieler ehrenamtlicher Helfrinnen und Helfer
Auch hier geht es letztlich um das, was mich seit Beginn meiner Laufbahn begleitet: Neugier wecken, Wissen weitergeben und Menschen miteinander ins Gespräch bringen.

Dankbarkeit

Wenn ich heute auf mehr als drei Jahrzehnte als Frauenarzt zurückblicke, empfinde ich vor allem eines: große Dankbarkeit.


Ich durfte unzählige Frauen und Familien in den unterschiedlichsten Lebenssituationen begleiten. Es gab so viele erste Male: die erste Schwangerschaft, die ich schon ganz zu Beginn feststellen durfte. Das erste Herzklopfen im Ultraschall. Die Geburt eines Kindes, dessen Entwicklung ich von Anfang an begleiten konnte.


Ich durfte Frauen in schweren Zeiten zur Seite stehen – vom Moment einer Krebsdiagnose über die Behandlung bis weit darüber hinaus. Besonders berührend sind die Geschichten, die sich über Generationen hinweg schreiben. Manche junge Frau, die heute zu ihrer ersten Vorsorgeuntersuchung kommt, habe ich bereits im Mutterleib per Ultraschall gesehen. Einige von ihnen sind inzwischen selbst Mütter geworden.


Ein Geschenk ist auch die langjährige Verbundenheit vieler Patientinnen. Manche begleite ich seit Jahrzehnten. Andere sind längst umgezogen und nehmen dennoch weite Wege auf sich – von der Nordseeküste, aus Berlin oder aus dem Bayerischen Wald –, weil sie ihre frauenärztliche Betreuung weiterhin meiner Praxis anvertrauen.


Dieses Vertrauen empfinde ich keineswegs als selbstverständlich. Es ist Anerkennung, Verpflichtung und Motivation zugleich.

Meine Philosophie

Ich bin überzeugt, dass gute Medizin dort entsteht, wo fachliche Kompetenz, wissenschaftliche Neugier und Menschlichkeit zusammenkommen.

 

Ich möchte meinen Patientinnen zuhören, verständlich erklären und gemeinsam mit ihnen Entscheidungen treffen. Gleichzeitig möchte ich offen bleiben für neue wissenschaftliche Erkenntnisse, innovative Technologien und bessere Wege der Versorgung.

 

Nach all den Jahren empfinde ich meinen Beruf noch immer als Privileg. Wenn ich heute noch einmal am Anfang stünde, würde ich denselben Weg wieder gehen – mit derselben Neugier, derselben Begeisterung und derselben Freude an der Frauenheilkunde.